5. Aktionsfelder von CSR

Kurzfassung

5.1. CSR am Arbeitsplatz

Corporate Social Responsibility (CSR) als mitarbeiterorientierte Arbeitsplatzkultur fördert das Engagement der Beschäftigten und damit den Unternehmenserfolg nachhaltig. Denn motivierte und verantwortungsbewusste Mitarbeiter sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Die Attraktivität als Arbeitgeber und die Einsatz- und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern gehen unmittelbar mit den menschlichen Qualitäten und beruflichen Perspektiven einher, die ein Arbeitsplatz im Unternehmen bietet. Dabei sind CSR-Maßnahmen für Mitarbeiter breit gefächert und orientieren sich an Unternehmensbranchen und Tätigkeiten der Beschäftigten: CSR am Arbeitsplatz erstreckt sich über Aus- und Weiterbildungsangebote, Gesundheitsvorsorge und Gefahrenschutz bis zu betrieblicher Mitbestimmung, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Maßnahmen gegen Mobbing oder gezielte CSR-Angebote an Mitarbeiter wie Corporate Volunteering.

Kurzfassung

5.2. Corporate Volunteering als ehrenamtliches Engagement

Mit Corporate Volunteering stellt ein Unternehmen Zeit und Knowhow einzelner Mitarbeiter oder der gesamten Belegschaft für soziale Anliegen zur Verfügung. Solche Personaleinsätze für gemeinnützige Zwecke und/oder in gemeinnützigen Organisationen verbreiten sich zunehmend als Corporate Social Responsibility (CSR) von Unternehmen. Die „Freiwilligenarbeit“ während der Arbeitszeit reicht dabei von punktuellen Einsätzen bis hin zu Programmen, die mit strategischen Zielen der Organisations- und Personalentwicklung einhergehen. Ein besonders niederschwelliger Einstieg in das Corporate Volunteering ist ein „Sozialer Tag“ des Unternehmens: Dabei „spendet“ ein Unternehmen einen Arbeitstag lang seine Belegschaft für soziale oder gesellschaftliche Einsätze am Unternehmensstandort. Ein solcher „Day of Caring“ kann eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme der CSR-Kommunikation darstellen sowie neue Teamerfahrungen innerhalb des Unternehmens fördern.

Kurzfassung

5.3. CSR als Parameter im Markt

Unternehmen identifizieren und befriedigen auf Märkten Bedarfe und Anforderungen ihrer Abnehmer und Auftraggeber auf finanziell rentable Art und Weise. Nach der Logik der Märkte stellt eine zunehmende Nachfrage von Marktteilnehmern nach sozialen, ökologischen oder auch gesundheitlichen Kriterien von Produkten und Dienstleistungen bei einer marktorientierten Führung des Unternehmens die ökonomische Triebfeder für Corporate Social Responsibility (CSR) dar.

Kurzfassung

5.4. CSR im Gemeinwesen – aus Sicht der Unternehmen

Corporate Social Responsibility (CSR) im Gemeinwesen beschreibt Unternehmen als Akteure in einer Kommune mit der gesellschaftlichen Verantwortung eines „Unternehmensbürgers“ (Corporate Citizen), die sich aus den Begebenheiten am Unternehmensstandort ergibt. Neben Spenden und Sponsoring werden Unternehmen – auch zunehmend mit nicht-finanziellen Ressourcen und Kompetenzen – im Gemeinwesen aktiv und beteiligen sich damit an konkreten Problemlösungen. Besonders bei strategischen Partnerschaften zwischen Unternehmen und (lokalen) Stakeholdern besteht für CSR im Gemeinwesen die Herausforderung und Chance, unterschiedliche Akteure einer Kommune grenzüberschreitend zum gemeinsamen lösungsorientierten Handeln zu bewegen.

Kurzfassung

5.5. CSR im Gemeinwesen – aus Sicht von Kommunen

Kommunen bilden eine Schnittstelle für gewerbliche Unternehmen und den gemeinnützigen Sektor und können dadurch die Entwicklungen von Corporate Social Responsibility (CSR) im Gemeinwesen entscheidend mitgestalten. Mögliche Maßnahmen zur CSR-Förderung seitens der kommunalen Verwaltungen bedürfen außer Knowhow und Arbeitszeit oft keiner zusätzlichen Finanzmittel. Mit dem Ziel, die Standortattraktivität zu erhöhen, ziehen Kommunen und Unternehmen an einem gemeinsamen Strang mit weiteren Stakeholdern im Gemeinwesen.

Kurzfassung

5.6. CSR und Nachhaltigkeit im Innovationsdiskurs

Nachhaltigkeits-Innovation beschreibt die Durchsetzung von Neuerungen, die zum Erhalt kritischer Naturgüter beitragen und sich sowohl langfristig, als auch auf globaler Ebene, als Wirtschafts- und Konsumstile übertragen lassen.

Kurzfassung

5.7. CSR im Risikomanagement

Relativ unabhängig von Unternehmensgröße und Unternehmenstätigkeit stellt die digitale Verfügbarkeit von Informationen Unternehmen mehr denn je in das Blickfeld von Stakeholdern und einer breiten Öffentlichkeit. Unternehmen, die Corporate Social Responsibility (CSR) mit einem systematischen Stakeholder-Dialog verbinden, können daraus legitime Anforderungen von Stakeholdern frühzeitig erkennen und daraus entsprechende Strategien ableiten. Eine Orientierung des Risikomanagements an CSR kann für Unternehmen ein strategisches Frühwarnsystem für Gefahren und Unsicherheiten darstellen und somit den nachhaltigen Geschäftserfolg unterstützen.

Kurzfassung

5.8. CSR und Entwicklungszusammenarbeit

Unternehmen können auf unterschiedliche Weise in wirtschaftlichen Zusammenhängen mit Schwellen- und Entwicklungsländern stehen. Sie beziehen von dort Rohstoffe und Produkte für ihre Wertschöpfungskette. Sie exportieren in Schwellen- und Entwicklungsländer oder tätigen vor Ort Investitionen. Teilweise nutzen sie ihre Finanzmacht auf Kosten der lokalen Bevölkerung. Andere Unternehmen wiederum tätigen Spenden oder transferieren Knowhow und setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung und die Verbreitung von Mindeststandards in Schwellen- und Entwicklungsländern ein. Unternehmen, die sich an Corporate Social Responsibility (CSR) orientieren, sind aufgrund der gemeinsamen Zielsetzungen wertvolle Partner in der Entwicklungszusammenarbeit.

Kurzfassung

5.9. CSR und Public Private Partnership

Public Private Partnerships (PPP) verfolgen das Ziel, durch eine langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privater Wirtschaft öffentliche Vorhaben effizienter als bisher zu realisieren. Mittels PPP können öffentliche Infrastrukturprojekte, etwa in den Bereichen Soziales, Verkehr, Versorgung und Entsorgung, IT und Sicherheit verwirklicht werden. PPP unterliegen als öffentliche Aufträge üblicherweise dem Vergaberecht. Seit Inkrafttreten der EU-Vergaberichtlinien ist bei der Auftragsvergabe ausdrücklich die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte zugelassen. Damit soll das Vergabeverfahren einen Impuls leisten, auf politischer Ebene die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) zu stärken.

Kurzfassung

5.10. Ethisches Dilemma in einer Marktsituation

Ein ethisches Dilemma beschreibt eine Entscheidungssituation, in der mehrere Handlungen gleichzeitig geboten sind, sich allerdings gegenseitig ausschließen. Die Befolgung des für richtig erachteten Tuns führt gleichzeitig zu einem oder mehreren Verstößen gegen das Richtige. Ethische Dilemmata können auch die CSR eines Unternehmens betreffen, wenn sich beispielsweise unterschiedliche Interessenslagen seitens mehrerer Stakeholder des Unternehmens gegenüberstehen.