3. Schnittstellen von CSR im Unternehmen

Kurzfassung

3.1. Unternehmenskultur als Rahmen für eine CSR-Ausrichtung

Unternehmenskultur umfasst die gemeinsam im Unternehmen getragenen Grundüberzeugungen, Werte und die Unternehmensphilosophie. In der Fachliteratur werden drei Hauptströmungen beschrieben, an denen sich eine moderne Unternehmenskultur ausrichtet: Unternehmensziele, Mitarbeiterzufriedenheit und Kundenorientierung. Darauf abgestimmt kann Unternehmenskultur dem Unternehmen einen einzigartigen Charakter verleihen und es unterstützen, sich nachhaltig am Markt zu behaupten. Zudem stellt eine werteorientierte Unternehmenskultur einen tragfähigen Rahmen für die strategische Ausrichtung von Corporate Social Responsibility (CSR) dar. Denn sobald CSR in der Unternehmenskultur verankert ist, gehört die Identifikation der Mitarbeiter mit CSR zum Alltagsgeschäft. Neue Impulse aus der CSR-Strategie können wiederum zu einer zukunftsorientierten Ausrichtung der Unternehmenskultur führen.

Kurzfassung

3.2. Die globale Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette stellt den Weg einer Ware oder Dienstleistung dar, der bei der Gewinnung von Rohstoffen beginnt und der Entsorgung von Produkten endet. Aufgrund des globalen Markts setzt sich die Wertschöpfungskette von Unternehmen oft aus zahlreichen Ländern der Welt zusammen. Das erschwert bei der Frage nach Corporate Social Responsibility (CSR) Informationen und Prüfungen (Audits) hinsichtlich Mindeststandards in Umweltschutz und Beschäftigungsverhältnissen bei Zulieferbetrieben. Die Wertschöpfungskette einer Ware ist grob vereinfacht: Rohstoffgewinnung > Transport > Produktion > Transport > Handel > Verbraucher > Entsorgung.

Kurzfassung

3.3. Stakeholder-Beziehungen in der CSR-Strategie

Stakeholder (Anspruchsgruppen) eines Unternehmens sind sämtliche Personen, Gruppen oder Organisationen, die durch die jeweilige Unternehmenstätigkeit beeinflusst werden. Stakeholder-Beziehungen sind dann wechselseitig, wenn Anspruchsgruppen ihrerseits auf das Unternehmen Einfluss nehmen. Corporate Social Responsibility (CSR) erfordert von Unternehmen die Kenntnis über Bedürfnisse und Anforderungen ihrer Stakeholder bzw. einen systematisch geführten Stakeholder-Dialog.

Kurzfassung

3.4. Personalentwicklung zu betrieblichen CSR-Anforderungen

Das Ziel der Personalentwicklung ist es, Mitarbeiter planmäßig, systematisch und zielorientiert auf aktuelle und künftige Anforderungen im Unternehmen vorzubereiten. Obwohl das Humankapital als überlebenswichtiges Vermögen eines Unternehmens in keiner Bilanz steht, schaffen die Kerngrößen Mitarbeiterproduktivität, Mitarbeitertreue und Mitarbeiterzufriedenheit eine Messbarkeit von Unternehmenserfolgen in der Personalentwicklung. Corporate Social Responsibility (CSR) und die Personalentwicklung stehen dabei in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. So ist die Personalentwicklung eine Schnittstelle für die Ausbildung spezifischer Kenntnisse und Kompetenzen, um CSR in der Belegschaft des Unternehmens zu verankern.

Kurzfassung

3.5. Diversity Management und Antidiskriminierung

Diversity Management umfasst Gleichbehandlung, Integrationsarbeit und betriebliche Antidiskriminierungsrichtlinien. Es zielt darauf ab, die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter positiv hervorzuheben und für Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteile im Unternehmen nutzbar zu machen. Damit unterstreicht das „Management der Vielfalt“ (so die wörtliche Übersetzung von Diversity Management) die These, dass ungleiche Belegschaften erfolgreicher agieren als Mitarbeiter in einer homogenen Zusammensetzung. Im Fall von Diskriminierung am Arbeitsplatz können Unternehmen in der Europäischen Union auch rechtlich belangt werden. In der Praxis wird Diversity Management vor allem bei größeren Unternehmen zunehmend als betriebsinternes Merkmal von Corporate Social Responsibility (CSR) betrachtet.

Kurzfassung

3.6. Umweltmanagementsysteme

Umweltmanagementsysteme (UMS) werden in Unternehmen zunehmend als freiwilliges Instrument eines vorsorgenden Umweltschutzes eingesetzt, der über die Einhaltung von Umweltgesetzen hinaus geht. UMS dienen der systematischen Erhebung und Verminderung der Umweltauswirkungen von Unternehmen und sind aufgrund der weltweiten Etablierung von Standards wie ISO 14001 oft ein Ausgangspunkt für weitere strategische Aktivitäten, Programme und Berichte auch in zusätzlichen Teilbereichen der Corporate Social Responsibility (CSR).

Kurzfassung

3.7. Mitarbeitermotivation für umweltbewusstes Verhalten

Das umweltbewusste Verhalten von Mitarbeitern im Unternehmensalltag stellt die ökologischen Aspekte einer CSR-Strategie auf den praktischen Prüfstand. Gleichzeitig können einfache Maßnahmen für einen umweltfreundlichen Arbeitsplatz auch zu erheblichen Kosteneinsparungen im Unternehmen führen.

Kurzfassung

3.8. Corporate Governance

Corporate Governance umfasst sämtliche Themen zu Führungs- und Kontrollstrukturen insbesondere von börsennotierten Kapitalgesellschaften. Die transparente Einhaltung der nationalen Regeln zu Corporate Governance soll das Vertrauen bei Kapitalgebern, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung der Unternehmen stärken. Seit 2002 sind in Deutschland börsennotierte Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, eine Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abzugeben. In Bezug auf Corporate Social Responsibility (CSR) gehört für Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden, Corporate Governance zu einem festen Bestandteil der CSR-Strategie und des CSR-Reporting.

Kurzfassung

3.9. Internationale Anforderungen zu CSR – UN Global Compact

Corporate Social Responsibility (CSR) stellt international tätige Unternehmen vor die Herausforderung, entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette sozial und ökologisch verantwortlich zu handeln. CSR-relevante Mindeststandards sind in einer Reihe internationaler Konventionen und Grundlagenpapiere vor allem in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltschutz, Antidiskriminierung und Chancengleichheit festgesetzt. Der Global Compact der UN bietet eine Orientierung für die internationalen Anforderungen an CSR.

Kurzfassung

3.10. Internationale Anforderungen zu CSR durch OECD und ILO

Globaler Corporate Social Responsibility (CSR) liegen Anforderungen zugrunde, die im Bereich der Beschäftigung durch die International Labour Organisation (ILO) als Kernarbeitsnormen festgeschrieben und von deren 175 Mitgliedsstaaten angenommen wurden. Darüber hinaus sind die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine der am weitesten verbreiteten Empfehlungen für eine sozial und ökologisch verantwortliche Gestaltung der Globalisierung.