4. Strategische Instrumente für CSR

Kurzfassung

4.1. ISO 26000 – Eine Norm für gesellschaftliche Verantwortung

"ISO 26000 – Guidance on social responsibility" wurde im Jahr 2010 als Internationale Norm veröffentlich. Der Leitfaden will Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung, Umsetzung und Verbesserung bestehender Instrumente der (Corporate) Social Responsibility unterstützen. ISO 26000 ist keine zertifizierbare Managementsystem-Norm wie ISO 9001 oder ISO 14001. Die Norm beruht auf Freiwilligkeit und kann nicht zur Prüfung der Leistungen von (Corporate) Social Responsibility herangezogen werden.

Kurzfassung

4.2. Interne Messung und Bewertung von CSR mit der Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard ist ein Führungsinstrument, das eine Strategie wie CSR in konkrete Zielgrößen, Kennzahlen und Maßnahmen umsetzen kann. Damit wird CSR messbar, bewertbar und die Zielerreichung überwacht. Das Kennzahlensystem der Balanced Scorecard verknüpft die operationale Ebene eines Unternehmens mit der Unternehmensstrategie. Mit Hilfe von Ursache-Wirkungsbeziehungen können kausale Zusammenhänge a priori abgebildet werden. Die Balanced Scorecard berücksichtigt dabei den Querschnittscharakter von Umwelt- und Sozialaspekten auf ökonomische Zielsetzungen und ermöglicht es, die wirtschaftlichen Potenziale von Nachhaltigkeitsmanagement und CSR auszuschöpfen.

Kurzfassung

4.3. Externe Messung und Bewertung durch Nachhaltigkeits- und CSR-Ratings

Nachhaltigkeits- und CSR-Ratings von unabhängigen Rating-Agenturen oder bankeninternen Analyseabteilungen erfassen und bewerten die Leistungen von zumeist börsennotierten Unternehmen in Hinblick auf ethische, soziale und ökologische Kriterien. Nachhaltigkeits- und CSR-Ratings sind für Unternehmen der Prüfstand ihrer öko-sozialen Performance, denn die Glaubwürdigkeit solcher Ratings übertrifft bei Investoren und weiteren Stakeholdern die von Unternehmen gemachten eigenen Angaben bei weitem.

Kurzfassung

4.4. Ethisches Investment

Ethisches Investment berücksichtigt neben der Rendite auch ethische, soziale und ökologische Werte des Anlegers. Die Anzahl an Investoren, die nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen und Initiativen Kapital zur Verfügung stellen, wächst seit einigen Jahren beachtlich. Aber auch Unternehmen können im Zuge ihrer Ausrichtung an Corporate Social Responsibility (CSR) ethisch investieren.

Kurzfassung

4.5. Label im CSR-Bereich

Kennzeichnungen bei der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen mit besonderen gesundheitlichen, sozialen oder ökologischen Kriterien werden unter der Bezeichnung soziale und/oder ökologische Label zusammengefasst. Etablierte Label wie das „Bio-Siegel“ finden sich in Deutschland bislang bereits auf rund 60.000 Produkten im Handel. CSR-relevante Qualitätsmerkmale bieten immer mehr Branchen die Chance, nachhaltiges Wirtschaften mittels eines Labels zu vermarkten. Allerdings ist die Seriosität der Label-Initiative und Einhaltung von Mindestkriterien nicht in jedem Fall transparent und gewährleistet. Bei mehr als 1.000 Label im deutschen Handel läuft die ursprünglich der Verbraucherinformation dienende Kennzeichnung Gefahr, ausschließlich zum Marketing eingesetzt zu werden und damit nicht auf nachweislichen Kriterien der Corporate Social Responsibility (CSR) eines Unternehmens zu beruhen.

Kurzfassung

4.6. CSR und die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten

Konsumenten können Kosten sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten, indem sie auf energieeffiziente Produkte und eine nachhaltige Nutzung achten. Dieser Einsparfaktor trifft auf ähnliche Weise auch für die Energieeffizienz von Unternehmen zu. Allerdings kann Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen auch höhere Kosten und Investitionen verursachen, die für Konsumenten in der Regel nicht leicht zu erkennen sind. Ein Beispiel dafür, wie höhere Standards sichtbar gemacht und erfolgreich kommuniziert werden, zeigt sich im Boom der Bio-Lebensmittel. Im besonders preisintensiven Wettbewerb der Nahrungsmittelbranche sind immer mehr Konsumenten bereit, für höhere Ansprüche auch mehr zu bezahlen. Ebenso ist bei Fairtrade-Produkten für die Verbraucher einfach erkennbar, wofür der höhere, „faire“ Preis steht. Nach Schätzungen in Deutschland wird Nachhaltigkeit zum bestimmenden Kaufmotiv für 20 % des Marktvolumens bis zum Jahr 2020.

Kurzfassung

4.7. Modelle der Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligungen sind materielle Anreize für Mitarbeiter in Form von Erfolgs- oder Kapitalbeteiligungen. Erfolgsbeteiligung ist eine Sonderzahlung an die Mitarbeiter, die in Abhängigkeit vom betriebswirtschaftlichen Ergebnis gezahlt wird. Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist eine vertraglich vereinbarte, mittel- bis langfristig angelegte Beteiligung einzelner Mitarbeiter am Kapital des Unternehmens. Mit der Kapitalbeteiligung lassen sich auch Informations-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte der Mitarbeiter vertraglich festgelegen. Mitarbeiterbeteiligung fördert die Identifikation und Bindung mit dem Unternehmen sowie die unternehmerische Motivation der Mitarbeiter. Unternehmen, denen es bei Corporate Social Responsibility (CSR) stark um die Einbindung ihrer Belegschaft geht, können ihren Mitarbeitern damit die Möglichkeit bieten, am Unternehmen auch finanziell teil zu haben.

Kurzfassung

4.8. Mentoring als Instrument eines CSR-Engagements

Mentoring etabliert sich zunehmend als Instrument an der Schnittstelle von Personalentwicklung und Corporate Volunteering. Im Rahmen von Corporate Social Responsibility (CSR) kann interkulturelles Mentoring auch das Diversity Management im Unternehmen stärken. Mentoring beschreibt eine persönliche Förderbeziehung. Ein Mentor ist in der Regel eine Führungskraft. Er fördert mit seinen Kenntnissen, Erfahrungen und Kontakten einen Mentee bei der Bewältigung eines beruflichen Entwicklungsschritts. Mentoring wird in Unternehmen häufig eingesetzt, um angehende Führungskräfte auf künftige Managementaufgaben und Verantwortungsbereiche vorzubereiten. In einer CSR-Strategie kann sich Mentoring auch auf Personengruppen im lokalen Gemeinwesen beziehen. Als Teil des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen unterstützen Mentoren beispielsweise Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg, junge Menschen bei der individuellen Vorbereitung einer Berufskarriere oder Personen aus gesellschaftlichen Randgruppen, die sich aus unterschiedlichen Gründen beruflich neu orientieren.

Kurzfassung

4.9. „Carbon Footprint“ und Energiemanagementsysteme

Die CO2-Kennzeichnung „Carbon Footprint“ beschreibt die klimaschädlichen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 im Lebenszyklus von Produkten, bei Dienstleistungen oder im gesamten Unternehmen. Immer mehr Unternehmen wählen Zulieferer unter Berücksichtigung von CO2-Emissionen aus und bieten Anreize zur Ermittlung des „CO2-Fußabdrucks“ im Rahmen der Corporate Social Responsibility (CSR) entlang der Wertschöpfungskette. Das Interesse am „Carbon Footprint“ wächst auch auf Seiten ökologisch orientierter Verbraucher und Investoren. Der „Carbon Footprint“, der sich auf ein gesamtes Unternehmen bezieht, wird auch als „Corporate Footprint“ bezeichnet. Er dient zudem als Grundlage für eine CSR-Strategie, die eine Zertifizierung als klimaneutrales Unternehmen beabsichtigt. Über die Norm DIN EN 16001 lassen sich Energiemanagementsysteme seit 2009 zertifizieren.

Kurzfassung

4.10. Gemeinnützige Unternehmensstiftungen

Das strategisch angelegte gesellschaftliche Engagement von Unternehmen führt in den letzten Jahren verstärkt zur Gründung von gemeinnützigen Unternehmensstiftungen. Die Vorteile einer Unternehmensstiftung sind die Verstetigung und Nachhaltigkeit des gesellschaftlichen Förderns. Allerdings unterhält ein Unternehmen mit einer gemeinnützigen Unternehmensstiftung auch ein dauerhaftes Standbein in der Zivilgesellschaft. Daher sollte das Stifterunternehmen eine Unternehmensstiftung so organisieren, dass diese als eigenständiger Akteur in der Zivilgesellschaft wirken kann. Eine gemeinnützige Unternehmensstiftung ist durch das eigenständige Stiftungskapital in ihrem Förderzweck, anders als Corporate Social Responsibility (CSR) im Unternehmen, unabhängig von Konjunktur- und Gewinnererwartungen. Zahlreiche und bedeutende Stiftungen sind von Unternehmen errichtet worden. Die Nähe zum Stifterunternehmen bietet viele Möglichkeiten für ein Zusammenwirken von CSR im Unternehmen und gemeinnütziger Stiftungsarbeit, kann aber auch kritische Fragen aufwerfen.